Willkommen beim Kölner SportFörderVerein e.V.!

Die Geschichte des Kölner SportFörderVerein e.V.


Die Finanzierung des ehrenamtlich geführten Amateur- und Breitensports bereitet vielen Sportvereinen seit Jahrzehnten Schwierigkeiten. Die überwiegend kleinen und auch die Großvereine können die zunehmenden Reduzierungen in der Sportförderung und ständig steigende Kosten nicht mehr über zumutbare Beitragserhöhungen auf die Mitglieder umlegen. Da unterstützende Leistungen über Sponsoring dringend erforderlich sind, hat der StadtSportBund wiederholt versucht, einen Förderverein für den Breitensport in Köln zu etablieren. Bedingt durch die geringe Resonanz in der Wirtschaft, die sich über professionelles Sponsoring im werbeträchtigeren Profisport engagiert, blieben nachhaltige Erfolge für ein Engagement im Breitensport aus.

Die Politik in Köln griff die Idee in den Jahren 2003/2004 wieder auf, denn sie sah darin eine Möglichkeit, die Konsolidierung des städt. Sporthaushaltes über eine „Eigenfinanzierung des Sport“ erreichen zu können. In der Umsetzung beschlossen Finanzausschuss und Rat, ohne Behandlung im Sportausschuss, gegen den Willen der Vereine und Verbände, erstmals die Erhebung von Gebühren für die Turnhallennutzung und verdoppelten die bereits bestehenden Bädernutzungsgebühren. Vor dem Hintergrund der bereits praktizierten Schlüsselvergabe an die Nutzer von Sportstätten, der Einsparung von Hallenwarten und Reinigungsleistungen, rechtlich unklarer Haftungsfragen in den neuen Nutzungsverträgen und zunehmenden finanziellen Belastungen der Vereine, formierte sich der Widerstand.

Stand: September 2024
Stand: September 2024

Ein Arbeitskreis des SSBK entwickelte auf der Basis der politischen Vorgaben Umsetzungsvorschläge, die in Verbindung mit weiteren Verhandlungen des SSBK-Vorstandes den Vereinen eine Planungssicherheit bis 2007 bieten sollte. Vorgesehen war, die Finanzierung des eingeplanten Kostenvolumens (für die Hallen- und Bädernutzung sowie die Jugendbeihilfe) von 860.000 Euro über eine "Umlage aller Vereine" und Sponsorengelder bzw. eine Anstoßfinanzierung der Stadt zu erreichen. Die Abwicklung wurde mit Ratsbeschluss auf eine vertragliche Grundlage gestellt und einer „Fördereinrichtung des SSBK“ übertragen. Hierzu wurde nach Beschluss des Sportparlamentes am 21. März 2004 der Kölner SportFörderVerein gegründet.

Einige Vereine waren über ein Mandat der Fachverbände/Fachschaften und StadtBezirksSportVerbände an den Entscheidungen im Sportparlament des SSBK eingebunden. Da die Auswirkungen jeden Verein unmittelbar betrafen, wurden alle Vereine auf Informationsveranstaltungen über die Entwicklung unterrichtet. Danach entwickelten sich massive Proteste aus der gesamten Sportszene, da sich die Politik uneinsichtig und unnachgiebig zeigte.

In Solidarität mit den gebührenbelasteten Schwimmern und Hallennutzern, sollten sich „alle organisierten Sportler“ an einem Umlageverfahren (Grundbeitrag und nutzungsabhängiger Zuschlag) beteiligen. Auch Vereine, die damals keine städt. Einrichtungen nutzten oder eigene Anlagen unterhielten, sollten als „freiwillige Mitglieder“ in dem Förderverein zur Gesamtfinanzierung beitragen. Dies war für viele unverständlich und wurde als unzumutbar zurückgewiesen.

Die Gebühren- und Fördervereinsgegner misstrauten den verhandelnden Akteuren des SSBK-Vorstandes und formierten sich gegen die Politik und einzelne Verbandsträger in einer losen Vereinigung. Deren Proteste und die allgemeine Kritik der Sportszene richteten sich vor allem gegen die von der Politik angestrebte zunehmende „Eigenfinanzierung des Sports“. Die Stadtpolitiker planten damit den teilweisen Ausstieg aus der Förderung des Vereinssports und wollten neben den gekürzten Leistungen lediglich bei der Sponsorensuche (120 bis 200.000 Euro waren zur Teildeckung eingeplant) unterstützend tätig werden.

Politik und Sport erlebten über viele Monate faire aber leider auch unfaire Auseinandersetzungen über die Sicherung der Zukunft des Amateursports und die Organisationsstrukturen in Köln. Die politisch geplante Solidarität im Sport erwies sich unter diesen Rahmenbedingungen als nicht durchsetzbar.

Die weiteren politischen Einflussnahmen auf allen Ebenen und eine große DEMO zeigten nach und nach Wirkung. Durch eine Umfinanzierung im Haushalt wurden weitere 200.000 Euro zur Deckung eingestellt und eine zweigleisige Abwicklung der Gebührenzahlungen über die Stadt bzw. den Förderverein geduldet. Da lediglich ca. 1/3 der gebührenpflichtigen Vereine dem Förderverein beitraten, mussten die gesamten Gebühreneinnahmen 2004 vorrangig für die Auszahlung der Jugendbeihilfe und die Abrechnung mit der Bäder GmbH eingesetzt werden.

Die Politiker wurden durch die schlechten Ergebnisse bei der Kommunalwahl 2004 kompromissbereit und fanden auch in allen Parteien wieder Unterstützung für die Förderung des Vereinssports. Weitere Korrekturen, die aufgrund der Auflösung des Vertrages zwischen der Stadt, dem SSBK und dem Förderverein notwendig wurden, fanden die erforderlichen Mehrheiten bei den notwendigen Dringlichkeitsentscheidungen. In der Folge wurden ab 2005 die Hallengebühren für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche freigestellt und auch für die Gesamtabwicklung 2004 eine einvernehmliche Lösung mit dem Sportamt der Stadt und der Bäder GmbH. sowie dem Förderverein erreicht.

Die Mitglieder des Fördervereins beschlossen am 28. Februar 2005 eine Neuausrichtung als reine „Förderer des gesamten Kölner Breitensports“. Von der Last der Abwicklung der Turnhallen- und Bädergebühren befreit, konnten die erzielten Sponsorengelder und Eigenmittel jetzt u. a. für die Unterstützung der Jugendförderung, Anschaffungszuschüsse und Projekte eingesetzt werden. Das Sportparlament beschloss am 9. Mai 2005 mehrheitlich die Fortführung des Fördervereins auf der Grundlage der neuen Aufgabenstellung. Diese Unterstützung erfolgte auch durch die „Ständige Konferenz der StadtBezirksSportVerbände und Fachschaften“.

Der StadtSportBund Köln nutzte die anstehenden Strukturveränderungen der Stadt- und Kreissportverbände im LSB und machte die Vereine und die Sportfachschaften (-verbände) zu unmittelbaren Mitgliedern des SSB Köln. In Verbindung mit der Arbeit der 9 StadtBezirksSportVerbände ist der Kölner SportFörderVerein Teil der aktiven Sportförderung in Köln. Zurzeit erhalten je vier aus jedem angeschlossenen StadtBezirksSportVerband vorgeschlagene Vereine eine Jugendförderung über 250 Euro und bei Anschaffungen bzw. außergewöhnlichen Belastungen beraten Vorstand und Beirat über mögliche Zuschussleistungen. Diese können leider nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel verteilt werden.

Mit den fortschreitenden Veränderungen in der Sportlandschaft orientieren sich auch die Sponsoren mit eigenen Förderschwerpunkten und -Projekten neu. Die Sparkasse KölnBonn, RheinEnergie, Netcologne, KVB u.a. unterstützen die Förderarbeit des Vereins in den Anfangsjahren. Aber auch deren Förderschwerpunkte veränderten sich zunehmend. Die Aufgabenstellung und Arbeitsziele des KSFV werden wiederholt in den Förderrichtlinien angepasst und ein neues Logo dem Werbekonzept vorangestellt.

Der KSFV wirbt mit Schreiben und Flyer um weitere Mitglieder und Sponsoren, schließt sich den Aktivitäten der „Kommunalstelle der Stadt KÖLN FABE (Förderung und Anerkennung Bürgerschaftlichem Engagement)“ an und ist seitdem u. a. mit einem Stand auf der INFO-Börse des EHRENAMTSTAGES auf dem Heumarkt vertreten. Eine Zusammenarbeit mit dem inzwischen wieder aufgelösten Verein „Sportstadt Köln“ wurde wiederholt angestrebt, jedoch wie das „Netzwerk Breitensportförderung“ nicht mit Leben gefüllt.

Der StadtSportBund erarbeitet ein neues Zielkonzept. Alle „Öffentlichen Träger“, die „Partner und Förderer des Kölner Sports“ werden angehalten, die Sportförderung zu steigern, damit die Finanzierung des Sportsystems gesichert und ausgebaut werden kann.“ Die kommunale Sportförderung steht als „freiwillige Aufgabe“ nach 2004 erneut im Kreuzfeuer. Auch der KSFV stellt sich den neuen Rahmenbedingungen. Neben Antragsmaßnahmen unterstützte der KSFV die „Sportlerehrung in den SBSVen und Fachschaften“ förderte und warb jährlich auf dem „KölnerKinderSportFest“, dem „Markt der Möglichkeiten“, „Sporttag im Rheinpark“, „Weltkindertag“, nationale Fußball- und Judoturnieren, Radrennen in Mülheim, „Aktionstage Sport und Gesundheit“, „Köln Marathon“, Abnahme Sportabzeichen udgl. Alle Fördermaßnahmen wurden mit dem sportfachlichen Beirat im KSFV abgestimmt.

Besuch des ehem. OBs Jürgen Roters auf dem KSFV-Stand
Besuch des ehem. OBs Jürgen Roters auf dem KSFV-Stand
Vorstand und Beirat 2012
Vorstand und Beirat 2012

Seit 2013 unterstützt die „Gute Sache“ die Beratung, Qualifizierung von Nonprofit-Organisationen mit wirkungsvollen Unternehmenskooperationen. Der KSFV-Vorstand hat auch deren Erfahrungen und Empfehlungen aufgenommen.

Seit 2010 ermittelt die Zeitung „Köln.Sport“ die „Macher des Kölner Sports“. 2013 stehen die großen Sportförderer OB Jürgen Roters und Volker Staufert (Sportstadt Köln, ehem. SSBK und KSFV) auf den Plätzen 1 und 3; Manfred Stessgen erreicht als Vorsitzender des KSFV eine beachtlichen Platz 6!

Die Sperrung von vielen Sporthallen zur Flüchtlingsunterbringung gefährdet den Vereinssport ab 2015 massiv. Der sog. „Sportentwicklungsplan Köln“ ermittelte ab 2017 über eine Befragung und Analyse den Sportstätten- und Finanzierungsbedarf für die Zukunft. Die permanenten Probleme um den enormen Sanierungsbedarf bei den vorhandenen Sportstätten bleiben.

2019 nimmt der SSBK mit der Auftaktveranstaltung „Wirtschaft trifft Sport“ im Sport & Olympia Museum einen neuen Anlauf. Gemeinsam mit Sportstadt Köln e.V. (wieder aufgelöst) sind Vertreter der Kölner Wirtschaftsunternehmen gefordert, um über gemeinsame Potenziale, Ziele und Projekte zu sprechen. Der städtische Sportentwicklungsplan sollte dabei als Leitfaden für zukünftige Projekte des Kölner Sports dienen. Doch eine Zusammenarbeit der Breitensportförderung in Köln scheitert erneut. Manfred Steßgen zieht die Erkenntnis, dass bisher jeder selbst auf der Suche nach Sponsoren und Förderern ist, jedoch kein gemeinsames Konzept angestrebt wird oder auch nicht gewollt ist.

Die Corona-Krise mit Sportstättenschließungen und weitgehenden Kontakteinschränkungen lähmt nicht nur den Vereinssport sondern auch die Förderarbeit des KSFV. Kontakte nur über Telefon- und Video- Schaltungen, Die Wirtshaft agiert aufgrund eigener Schwierigkeiten noch zurückhalten-der im Sponsoring. Ab 2021 müssen viele Kontakte neu belebt und im Ehrenamt große Lücken geschlossen werden.

2014 wurde das Bestehen „10 Jahre KSFV“ mit einer Werbeaktion verknüpft. Die Unterstützung durch Sponsoren wird für den KSFV immer schwieriger, ist zunehmend projektbezogen und muss jährlich neu gepflegt werden.

Neue Förderideen verbreiten sich: Crowdfunding für den Sport, „Trude Kuh“: Vereinsförderung, LSB-Projektförderung, REWE „Scheine für Vereine“, NETTO "Aufrunden" an der Kasse oder durch Abgabe einer "Pfandbonspende" usw.

Das Netzwerk Selbsthilfe-Berlin weist in seinem Buch „Fördertöpfe für Vereine“ aktuell über 500 regionale, bundesweite und internationale Stiftungen, öffentliche Förderprogramme sowie weitere Möglichkeiten zur Finanzierung von Projektideen. Wo liegt da die Zukunft des KSFV?

Aus der Not in 2004 geboren, bleibt auch nach über 20 Jahren KSFV immer noch eine Fördernotwendigkeit im Breitensport. Hier weiterhin unterstützend tätig zu sein, muss eine der wichtigsten Aufgaben der „Förderer des Kölner Sports“ bleiben.

Stand Juni 20025
Horst Maas

Kontakt Impressum Datenschutzerklärung